„Entfernt die Parasiten! Wählt Kommunisten!“ Kritik am personifizierten Antikapitalismus

Vortrag mit Olaf Kistenmacher zur Kritik am personifizierten Antikapitalismus:

Die Konzepte „Arbeit“ und „Arbeiter“, über die sich das organisierte Proletariat seit dem 19. Jahrhundert definierte, implizierten Vorstellungen, die nicht auf die sozialistische und kommunistische Bewegung beschränkt waren. Weit verbreitet war die Vorstellung, man müsse die Arbeit, das Handwerk und die Industrie lediglich von einem „schädlichen“ Einfluss freihalten, damit es nicht mehr zu ökonomischen Krisen komme und die Ausbeutung ende.

1925 zeigte das Zentralorgan der KPD, Die Rote Fahne, auf der Titelseite unter der Überschrift „Entfernt die Parasiten! Wählt Kommunisten“ einen riesigen, muskulösen Arbeiter, der in einer Industrielandschaft steht und in seinen Händen einen Großgrundbesitzer und einen Kapitalisten hält. Die Vertreter der herrschenden Klasse erschienen damit als überflüssige Nutznießer eines Produktionsprozesses, der angeblich ohne sie besser funktionieren und sich voll entfalten würde.

Unter Rückgriff auf die Marx’sche Kritik wird Olaf Kistenmacher ausführen, worauf der Arbeitsfetisch in der sozialistischen und kommunistischen Linken basiert und wie man ihm am besten begegnet. Auch wird Bezug auf die heutigen Querfrontbestrebungen genommen, bei denen sich der verkürzte Antikapitalismus, sowohl von rechter, als auch von linker Seite einen.

Olaf Kistenmacher, Hamburg, ist Historiker und schreibt für die Jungle World und Phase 2. Mit Hans-Joachim Hahn hat er Anfang des Jahres den Sammelband Beschreibungsversuche der Judenfeindschaft. Zur Geschichte der Antisemitismusforschung vor 1944 herausgegeben.

Die Veranstaltung wird organisiert von der Linksjugend Solid Osnabrück und findet findet in Kooperation mit dem LAK Shalom Niedersachsen statt.

Wann? 19 Uhr am 8. Juli 2015
Wo? Kleiner Saal, Haus der Jugend, Große Gildewart 6-9, 49074 Osnabrück